Spieletest | 02.02.2010
MX vs. ATV Reflex
Wer Angst davor hat, sich dreckig zu machen, sollte vielleicht die Finger von diesem Game lassen. In "MX vs. ATV Reflex" geht es über Stock und Stein, durch Schlamm und Morast - und zwar mit allem, was der moderne Offroad-Fuhrpark hergibt. Sogar mit Trucks darf erstmals in der THQ-Reihe das Terrain buchstäblich durchpflügt werden, was den Multiplattform-Titel zumindest auf der PS3 in direkte Konkurrenz zu Sonys "MotorStorm" treten lässt ...
Zwei Jahre nach dem Next-Gen-Debüt der "MX vs ATV"-Reihe legt THQ nun nach. Großen Wert legt der Publisher dabei vor allem auf seine neue Steuerung, die die separate Kontrolle von Bike und Fahrer erlaubt. Bedeutet: Mit dem linken Analogstick wird wie üblich die Richtung vorgegeben. Mit dem rechten wiederum kann man sich in die Kurven legen, Haltungskorrekturen in der Luft vornehmen, Absprünge und Landungen verbessern sowie Stürze in letzter Sekunde durch einen kleinen Reaktionstest verhindern. Gleichzeitig lassen sich damit natürlich auch über 35 halsbrecherische Tricks vollführen, die vor allem bei den sogenannten Freestyle-Events von einer strengen und in ihrem Urteil nicht immer nachvollziehbaren Jury bewertet werden ...
Dafür darf man sich über einen Mangel an Herausforderungen wahrlich nicht beklagen. Alles in allem steht mehr als ein halbes Dutzend Modi mit zahllosen Wettbewerben zur Auswahl - von "normalen" Rennen über Freeride-Ausflüge bis hin zu Supercross-Veranstaltungen, die in riesigen Hallen stattfinden. Höhepunkt sind jedoch die Omnicross-Rennen, bei denen alle Fahrzeugtypen gegeneinander antreten und nicht nur die Musikuntermalung Heavy Metal bietet ...
Für erfolgreich absolvierte Rennen und Aufgaben schaltet "MX vs. ATV Reflex" neue Fahrzeuge, Events und Ausrüstungsgegenstände frei, mit denen sich - das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt - der eigene Fuhrpark pimpen lässt.
Die Kurse sind äußerst abwechslungsreich gestaltet und mit einer sensationellen Weitsicht gesegnet. Zudem hinterlassen die Gefährte deutlich sicht- und spürbare Spuren im Boden, die allerdings nur Bike-Piloten das Leben schwermachen. Kleinere und größere Schönheitsfehler: Die Texturen sind mitunter buchstäblich matschig und eintönig. Zudem müssen PS3-Zocker lange Ladezeiten und immer wieder Einbrüche in der Bildwiederholungsrate hinnehmen, die auch schon den Vorgänger plagten.
Egal, ob kurzes Arcade-Spielchen oder ellenlange Karriere: Selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad ist "Reflex" eine echte Herausforderung. Der Grund: Zwar unterlaufen den Computerfahrern viele Fehler, die meist in Stürzen oder Abflügen enden. Allerdings reißen sie den Spieler nicht selten mit ins Verderben - Frust pur! Wer gegen menschliche Kontrahenten antreten will, kann dies an einer Konsole (Split-Screen) oder online tun, wo bis zu zwölf Spieler um die Wette rasen.
Fazit: Gegen das rasantere und grafisch spektakuläre "MotorStorm 2" kommt "Reflex" nicht an, bietet aber genügend Abwechslung und Herausforderung, um trotz kleiner technischer Schwächen Wochen in der virtuellen Pampa zu verbringen.
Facts
| System | PlayStation3, PSP, Nintendo DS, Xbox 360 |
| Vertrieb | THQ |
| Entwickler | Rainbow Studios |
Bewertung
| Grafik | Gut |
| Sound | Gut |
| Steuerung | Gut |
| Spielspaß | Gut |
| Gesamturteil | Gut |



