Spieletest | 15.06.2010

UFC Undisputed 2010

Die TV-Übertragung des ersten "Ultimate Fighting Championship"-Events auf deutschem Boden wurde im März 2009 vom Fernsehausschuss der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) verboten. Die Videospiele zu den brutalen Käfigkämpfen sind jedoch weiterhin erlaubt - und verkaufen sich bestens. Nun veröffentlichen Publisher THQ und Entwickler Yuke's mit "UFC Undisputed 2010" einen aktuellen Ableger der virtuellen Prügelei für PS3 und Xbox 360.

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"Menschlicher Hahnenkampf", "modernes Gladiatorentum", "derbes Spektakel nach der archaischen Regel: Du oder ich" - die sogenannten Free Fights im achteckigen Ring hinter Maschendraht stoßen hierzulande weitestgehend auf Ablehnung - trotz deutscher Teilnehmer wie Dennis Siver. Im Heimatland USA und auch in Großbritannien ist die "UFC" dagegen auf dem besten Weg, ein Milliardenmarkt zu werden. Bei Ticketpreisen in Höhe von 300 Dollar und Pay-per-View-Kosten von 45 Dollar pro Kampf kein Wunder. Es ist aber nicht nur das Blut, das die Massen anzieht. Es sind auch die Typen, die hier in den Ring steigen: ehemalige Anwälte, Psychologen, Mathe-Lehrer, IT-Experten. Die vergleichen ihren Sport dann auch eher mit "kinetischem Schach" als mit einer dumpfen Prügelei.

Das Spiel zur sogenannten Mixed-Martial-Arts-Veranstaltung, bei der Elemente zahlreicher Kampfsportarten zur Geltung kommen, ist irgendwo dazwischen anzusiedeln. Volljährige Konsolenbesitzer treten hier mit einem von 100 offiziellen und akkurat nachgebildeten Kämpfern an, um sich Showkämpfe zu liefern, nach dem Meistergürtel in fünf Gewichtsklassen zu zu greifen oder Online-Turniere mit bis zu 16 Teilnehmern auszutragen. Oder sie basteln sich per mannigfaltigem Editor ein Alter Ego, bestimmen dessen Martial-Arts-Stile und wagen sich an den Karrieremodus, dem Herz des Games. Mit vielen anspruchsvollen Trainingseinheiten, harten Sparring-Runden und erfolgreichen Fights soll der Weg vom Frischfleisch zum Star gelingen - auch außerhalb des Octagons.

Technisch ist dem Spiel kaum etwas vorzuwerfen. Die Rahmenshows und Kämpfer wurden authentisch nachempfunden und flüssig animiert. Apropos: Der Schweiß fließt in Strömen - und erwartungsgemäß gibt es neben harten Treffern und ruppigem Bodengerangel auch verformte Gesichter und blutige Verletzungen zu bestaunen. Dank einer intuitiveren Steuerung ist das Geschehen weitaus dynamischer als beim Vorgänger. Dennoch: Knöpfchendrücker kommen bei dieser Kampfsportsimulation nicht allzu weit. Spieler mit moralischen Bedenken machen ohnehin einen großen Bogen um den USK-ab-18-Titel.

Sixten Lehmann

Facts

System XBOX 360, Playstation 3
Vertrieb THQ
Entwickler Yuke's

Bewertung

Grafik Gut
Sound Gut
Steuerung Gut
Spielspaß Gut
Gesamturteil Gut