Plug & Play-Cloud – die Datenwolke für Zuhause

07.01.2016
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Der amerikanische Festplattenhersteller Western Digital (WD) hat kürzlich sein Kooperationsprojekt mit ownCloud vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen tragbaren Server, der die Größe einer externen Festplatte hat. Die Technik dafür basiert auf einer Kombination aus einem Raspberry Pi 2 Mini-PC und einer Ein-Terabyte-Festplatte von Western Digital. Per Plug & Play-Prinzip kann dieser Miniserver an das heimische Netzwerk angeschlossen und als Heim-Cloud verwendet werden. Neu an diesem Device ist, dass es sich hierbei nicht nur um eine Speichermöglichkeit handelt, sondern um einen vollwertigen Server. Damit wird es möglich Cloud-Computing- oder Webmail-Anwendungen über dieses kleine Gerät laufen zu lassen. Bisher war professionelles Cloud-Computing nur über spezialisierte Hosting-Anbieter, wie 1&1, möglich. Dazu musste man entweder einen Server mieten oder einen Desktop-PC in einen physischen Server umwandeln. Die ownCloud könnte dies nun ändern. Momentan befinden sich diese Geräte allerdings noch nicht im Handel, sondern werden von der ownCloud-Community auf Herz- und Nieren getestet. Bereits Anfang 2016 sollen die kleinen Heim-Clouds jedoch auf dem Markt erscheinen.

Cloud Computing auf dem Vormarsch


Die Datenwolke ist dabei längst kein abstraktes Konzept mehr, sondern befindet sich in den meisten deutschen Haushalten bereits im Einsatz. Im Kern ist die Cloud ein virtueller Stauraum für Daten und Anwendungen. Viele Menschen nutzen sie bereits täglich, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Hauptsächlich nutzen sie die Cloud auf drei verschiedenen Weisen – als Onlinespeicher, bei Cloud-Anwendungen und Streaming-Diensten.

Die meisten Menschen nutzen die Cloud als digitalen Speicher. Sei es für Bilder, Videos oder Dokumente. Alleine der Speicheranbieter Dropbox hat weltweit über 200 Millionen Kunden, die täglich auf ihren Onlinespeicher zugreifen. Damit nutzen sie die Cloud als universellen Speicher für ihre Mobil- oder Desktopgeräte und verschieben damit Daten von einem zum anderen Endgerät. Im Gegensatz zur ownCloud werden die Daten hierbei in Rechenzentren gespeichert und befinden sich somit nicht auf einer privaten Festplatte, sondern im Speicher einer großen Serverhalle.

Ein weiteres großes Anwendungsfeld sind Onlineanwendungen. Dazu zählen beispielsweise Textverarbeitungsprogramme wie Google Docs, digitale Notizzettel wie Evernote oder Antivirensoftware wie Bitdefender. Diese Anwendungen werden auf Onlineservern verwaltet und können daher unabhängig vom Endgerät genutzt werden. Ähnlich ist es beispielsweise beim Cloud-Gaming. Davon spricht man, wenn Videospiele über Server betrieben werden und beispielsweise über den Browser oder eine App spielbar sind. Auch hierbei handelt es sich um Cloud-Computing.

Der größte Wachstumsmarkt in diesem Bereich ist das Musik- und Videostreaming. Ob Deezer, Spotify, Netflix oder Maxdome, immer mehr Menschen nutzen diese Form des Cloud-Entertainments. Dabei werden Musik- oder Videoinhalte auf den Servern der jeweiligen Anbieter verarbeitet, auf die Geräte der Nutzer gestreamt, wo sie konsumiert werden können. Auch hierbei handelt es sich um Cloud Computing.

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