Wer ergattert die Krone im Rennen um die beste Streaming-Plattform in Deutschland?

05.10.2017
Bosch/Amazon

Die Müdigkeit der Konsumenten gegenüber dem traditionellen Fernsehen hat sich in den letzten Jahren in deutlicher Manier erhöht. Immer mehr Menschen bevorzugen die Möglichkeit, ihre TV-Zeit ganz persönlich gestalten zu können. Insofern ist es kein Wunder, dass in letzter Zeit mehrere Streaming-Plattformen wie aus dem Nichts geschossen kamen.

Während alle der nun etablierten Dienste ihre eigenen Stärken klar definiert haben, haben sie alle eins gemein: Alle sind darin bestrebt, durch exklusiven und eigens produzierten Content die entscheidende Oberhand gegenüber der Konkurrenz zu gewinnen. Wir werfen heute einen Blick auf die wohl relevantesten Plattformen und analysieren, welche von ihnen dabei den besten Job macht und sich somit den Platz in der Sonne der deutschen Streaming-Zukunft sichern kann.

Das große Dreieck

Der deutsche Markt wird hier von drei Anbietern dominiert: Maxdome, Amazon Prime und Netflix. Auch wenn das letztere wohl symbolisch für den Streaming-Hype steht, hat Maxdome schon seit über 10 Jahren sein Angebot hier in Deutschland aufgestellt und zugänglich gemacht. Darin resultiert auch ein dementsprechend großes Angebot von über 11.000 Filmen und Serien, auf die der Nutzer durch ein Abo zugreifen kann.

Schiere Quantität kann aber in Zeiten, in denen Maxdome den Rang als einzelner Anbieter auf dem deutschen Streaming-Markt aufgrund der stark wachsenden Nachfrage nicht mehr inne hat, allein nicht überzeugen. Deshalb muss auch Maxdome auf Seiten des exklusiven Contents abliefern. Überschaut man hier das Serien-Angebot, fallen einem zwei Sachen direkt auf: Zum einen ist es ziemlich klein, zum anderen findet man darin keine wirklichen Hochkaräter. Klar, exklusive und deutsche Produktionen wie "Jerks" oder "Der letzte Bulle" können durchaus eine Zielgruppe finden und bewährte Konzepte wie Ärzte-Dramas (Code Black), Mystery-Formate (The X-Files") oder Kriminalserien (Beyond Borders) sind durchaus solide, jedoch bleibt der große Wurf dabei aus. Gerade die letzteren leiden unter dem Umstand, dass sie sehr stark an frühere Serien erinnern und wenig originell daher kommen. Das einzige Mitglied der Maxdome-Serienrige, was da eine Ausnahme macht, ist die BBC-Serie "Thirteen", die überwiegend angepriesen wurde und durchaus frisch und unverbraucht auftritt. Leider handelt es sich hierbei eben auch nur um eine exklusiv lizensierte und nicht eigens produzierte Serie. Dieser Punkt zieht sich ebenfalls durch Maxdomes exklusives FIlmangebot, welches durchaus Schwergewichte wie "Die Tribute von Panem", "World War Z" und "Pain and Gain" anbietet, die aber offensichtlich keine Eigenproduktion des Streaming-Anbieters sind.

Diesen Kritikpunkt muss sich Amazon Video nicht gefallen lassen. Nicht nur, dass der Streaming-Service des Versandhändlers in Sachen Quantität doppelt so stark daher kommt, er bietet auch ein recht großes Angebot exklusiv produzierter Serien. Die Parallele zu Maxdome kommt aber jetzt- obwohl Serien wie "Bosch", "Hand of God" oder auch "Mozart in the Jungle" eine respektable Resonanz erfahren haben, sind auch hier nicht die ganz großen Hochkaräter zu finden. Trotzdem kommen die von Amazon produzierten Serien gut genug an, was sich darin zeigt, dass bereits dutzende weitere Formate in der Produktion oder Planung stecken. Amazon gibt damit die klare Marschroute vor und zeigt sich entschlossen, durch guten exklusiven Content den Spitzenplatz unter den Streaminganbietern zu ergattern

Dritter im Bunde der großen Video-on-Demand-Anbieter in Deutschland ist Netflix. Der amerikanische Anbieter hat sich einen globalen Kultstatus und die Rolle als symbolische Verkörperung des Video-Streamings gesichert. Wirft man einen Blick auf Netflix's Angebot, wird auch schnell klar, wie das möglich ist. Obwohl die Breite ihres eigentlichen Angebotes mit rund "nur" 2000 Filmen und Serien vergleichsweise klein ausfällt, bietet Netflix ein starkes Spektrum eigener Produktionen, die großen medialen Erfolg verbuchen konnten. Paradebeispiel dafür ist wohl das Politik-Drama "House of Cards", was heute unter Serienfans im gleichen Atemzug mit HBO's Seriengigant "Game of Thrones" genannt wird, einer Serie, die wie kaum eine andere globalen Erfolg erreichen konnte und mittlerweile eigene Videospiele, Online-Slots wie z.B. auf Betway Casino und Brettspiele auf ihr Konto verbuchen kann. Aber auch die Serien, die in Zusammenarbeit mit Marvel entstanden sind, wie u.a. "Daredevil" und "Iron Fist", sind sehr erfolgreich und kommen bestens bei der Fanbase an.

Das Fazit

Wenn man sich die derzeitige Lage und in gewisser Weise vorhersehbare Zukunft der Streaming-Dienste in Deutschland anschaut, geht Netflix unserer Meinung nach mit der besten Ausgangssituation in's Rennen. Das gute Angebot exklusiver Serien trifft am besten den Zeitgeist und bewegt die meisten Konsumenten zum Kauf, die es als lohnender betrachten, ein Abo für Seriengenuss als für einzelne Filme abzuschließen. Jedoch kann sich Netflix auch in Deutschland nicht in Sicherheit wiegen, Amazons Angebot und der vom Versandhändler betriebene Aufwand machen Amazon Video zu einem veritablen Konkurrenten, der sich durchaus auch Chancen ausrechnen darf, die Zukunft der Streaming-Dienste in Deutschland an erster Stelle zu formen. Das Urgestein Maxdome müsste einiges in Bewegung setzen, um da mit seinen großen Konkurrenten mithalten zu können. Im Endeffekt belebt die Konkurrenz das Geschäft und treibt die Anbieter an, besseren und breitgefächerteren Content abzuliefern. Das dürfte alle Serien- und Filmfreunde, egal, welche Plattform sie nun bevorzugen, freuen.