Neue Therapien entwickelt: Informationen zu Onlinespielen und der Sucht

13.03.2014

Ungefähr sechzig Millionen Menschen nutzen bundesweit das Internet. Davon sind laut wissenschaftlichen Untersuchungen mehr als zwei Millionen onlinesüchtig. Neben der übermäßigen Nutzung von Online-Chats sind es vor allen Dingen die Online-Spiele, die bei vielen zu einem Suchtverhalten führen. Wie kann den Betroffenen geholfen werden?

Woran erkennt man Online-Spielsucht?

Für einen Online-Spielsüchtigen ist das von ihm bevorzugte Computerspiel zumeist ein MMORPG („Massive Multiplayer Online Roleplaying Game“, zu deutsch „Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel“) wie beispielsweise „World of Warcraft“, aber auch Online-Glücksspiele können oftmals zu suchtähnlichem Verhalten führen. Eines der auffälligsten Merkmale ist die totale Fixierung des Spielers aufs Spiel – es nimmt nach und nach den größten Raum in seinem Leben ein, sowohl zeitlich als auch gedanklich. Damit einhergehen negative Auswirkungen in Bezug auf die Gesundheit, das nächste soziale Umfeld sowie das Berufsleben. Die einzige Bestätigung und Entspannung wird durch immer längere Zeiten vor dem PC erzielt; das Spielen wird zu einer einzigen Verdrängungs- und Bewältigungsstrategie für den Betroffenen, das psychische Probleme wie Ängste, Schüchternheit oder Einsamkeit kompensiert. Der Entzug von dieser Parallelwelt äußert sich oft in starken körperlichen und physischen Reaktionen, und auch die physischen Langzeiteffekte wie etwa Schlafmangel, Mangelernährung oder Übergewicht machen den Betroffenen zu schaffen.

Was kann den Betroffenen geholfen werden?

Für die vornehmlich jungen Betroffenen gibt es mittlerweile spezielle Behandlungszentren, die stationäre Entzugsprogramme anbieten. Die Programme kommen in der Regel ohne medikamentöse Behandlung aus und dauern zumeist ein bis zwei Monate. Zu den einzelnen Maßnahmen gehören Einzelgespräche, Paar- oder Familiensitzungen, Gruppentherapie sowie Exkursionen – sie sollen den Betroffenen wieder intensive emotionale Erlebnisse in der realen Welt vermitteln. Dazu gehören unter anderem Extremsportarten wie Paintball, Skydiving oder auch Outdoor-Aktivitäten in der Wildnis. Ziel der therapeutischen Maßnahmen ist es, Selbstbewusstsein und Sozialkompetenz für ein Leben in der realen Welt wieder herzustellen.
Einen Test zum Thema „Bin ich internetsüchtig“? ist hier als PDF erhältlich, die Testauswertung hier.
Eine bundesweite Hotline für Hilfesuchende ist hier einzusehen.
Wohlgemerkt: Nicht jeder, der online spielt, muss zwangsläufig auch ein Suchtverhalten entwickeln.
Für viele sind Online-Spiele ein Freizeitspaß, beim dem man sich entspannen und mit seinen Freunden eine schöne Zeit verbringen kann. Außerdem kann man – beispielsweise auf WLAN-Partys – auch neue Freunde dazu gewinnen.
Maßvoll genossen, sind Spiele aller Art schon seit jeher zur Erholung geeignet – besonders in der Gesellschaft von Familie und Freunden. Weitere Informationen rund ums Thema „Glückspiel“ finden Sie auch hier.